SOLDATEN- UND KRIEGERBUND

KLEINSEEBACH MÖHRENDORF 1887 e.V.

DIE GESCHICHTE DES VEREINS

Geschichte des Soldaten- und Kriegerbundes Kleinseebach/Möhrendorf

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Der Soldaten- und Kriegerbund wurde im Jahre 1887 von Veteranen der königlich bayerischen Armee, darunter Teilnehmer des für das damalige Deutsche Reich siegreichen Krieges gegen Frankreich von 1870/71, gegründet. Er ist damit einer der ältesten Vereine in unserer Gemeinde.

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Der Verein, der im Jahr der 1000-Jahrfeier unserer Gemeinde auf eine 120-jährige Geschichte zurückblicken kann, führte seit seiner Gründung den Namen

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„Königlich-Bayerischer Veteranen- und Kriegerbund Kleinseebach“ 

und hatte im ersten Jahr seines Bestehens 28 Mitglieder. Erster Vorstand war Konrad Müller.

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Natürlich war die Vereinsgründung von der patriotischen Gesinnung der ehemaligen Kriegsteilnehmer von 1870/71 und der danach wehrpflichtigen Soldaten, aber auch von der „ungedienten“ Bevölkerung getragen. Nach der Gründung des 2. Deutschen Kaiserreiches, am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal zu Versailles, war in ganz Deutschland alles Militärische von größter Wichtigkeit und die aktiven und ehemaligen Soldaten genossen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Auch war die Zeit des Militärdienstes gerade für die jungen Männer aus dem ländlichen Bereich die erste – und oft auch einzige Gelegenheit – außerhalb des gewohnten Lebensbereiches etwas vom Land zu sehen. Die Erfüllung der Wehrpflicht wurde allgemein als eine große Ehre angesehen.

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Vereinszweck war aber auch die Unterstützung der Mitglieder und deren Familien. So ist in den Vereinsbüchern nachzulesen, dass der Verein die Familien verstorbener Kameraden auch finanziell unterstützte.

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Nachdem die nahegelegene Stadt Erlangen, die sich bereits seit 1822 aus wirtschaftlichen Gründen um die Belegung mit einer Garnison bemühte, am 12.3.1868 mit dem 6. Jägerbataillon (ab 1890 Stationierung des 19. Infanterieregiments,  im Jahr 1900 zusätzlich Neuaufstellung des 10. Feldartillerieregiments) zur Garnisonsstadt wurde, leisteten die Einwohner der nahegelegenen Orte vornehmlich dort ihren Wehrdienst ab.  Es entstand hierdurch eine noch größere Nähe zum örtlichen Militär.

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Der Kriegerbund Kleinseebach richtete in seiner ersten Blütezeit, bis zum Ende des Ersten Weltkrieges alljährlich patriotische Feiern zum Geburtstag von Kaiser und König, bzw. Prinzregenten, sowie zum „Sedanstag“ aus. Im Jahr 1891 schaffte der Verein eine eigene Fahne für den damals stattlichen Betrag von 700 Goldmark an. Diese historische Fahne befindet sich noch heute im Besitz des Vereines und wird auch bei Festzügen und zum Volkstrauertag noch benutzt.

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Leider sind über die Zeit von 1887 bis 1910 keine Aufzeichnungen des Vereines mehr erhalten. Die vorhandenen Schriftführerbücher setzen erst am 1. Juli 1910 ein. Bemerkenswert ist, dass bereits bei der Fahnenweihe durch Pfarrer Pöschel gesagt wurde, „dass die Fahne nicht als ein Zeichen des Krieges zu betrachten sei, sondern als sichtbares Zeichen des Friedens, als Sinnbild zur Pflege der Treue gegen König und Vaterland“.

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Von Anfang an war also auch das Gedenken an die Opfer der Kriege erklärter Vereinszweck!

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Im Jahr 1910 hatte der Verein 34 Mitglieder. Am 11. November 1912 feierte der Kriegerbund Kleinseebach in seinem Vereinslokal, dem damaligen Gasthaus Fick, sein 25 jähriges Gründungsfest. Damals lebten noch drei Vereinsmitglieder, die in der Veranstaltung noch als Veteranen des Krieges von 1870/71 geehrt  wurden (Michael Rösch, Johann Schmidt und Heinrich Meier). Als noch lebende Gründungsmitglieder des Kriegerbundes wurden die Kameraden Ganß, Heinlein, Dietsch und Gesell mit Auszeichnungen geehrt.

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Aus Anlass des 25. Gründungsjubiläums verlieh seine königliche Hoheit, Prinzregent Luitpold von Bayern, dem Verein ein Portrait. Der Verein schaffte gleichzeitig ein Vereinsbild mit Aufnahmen seiner sämtlichen Mitglieder an. Beide Bilder wurden im Gasthaus Fick angebracht. Leider sind beide Bilder heute verschollen.

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In der Anfangszeit des I. Weltkrieges konnte es sich der Verein noch leisten, den im Felde stehenden Mitgliedern zu Weihnachten 1914 kleine Geschenke an die Front zu schicken. Hierfür wurden Sammlungen durchgeführt. Am 4. Dezember 1915 starb in einer Erlanger Klinik der damalige Vereinsvorstand Peter Ganß an einer Erkrankung, die er sich als Soldat im Felde zugezogen hatte. Peter Ganß war zur Mobilmachung im August 1914 nach Fürth eingerückt und nach kurzem Aufenthalt in Frankreich nach Russland transportiert worden. Seine Beisetzung fand  mit militärischen Ehren und unter Ehrengeleit des Kriegerbundes Kleinseebach am 6. Dezember auf dem Friedhof in Möhrendorf statt.

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Nach dem Ende des I. Weltkrieges weisen die Aufzeichnungen des Vereines eine Lücke bis 1924 auf. Im Mai 1924 beschlossen die Mitglieder des Kriegerbundes Kleinseebach, zum Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges ein Kriegerdenkmal zu errichten. Da in den Zeiten der Inflation aber das Geld keinen Wert besaß, wurde eine Sammlung in Naturalien durchgeführt. Die Landwirte gaben Korn oder Kartoffeln, die Arbeiter zeichneten Stundenlöhne.

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So konnte der Münchner Bildhauer Karl May, der bereits die Kriegerdenkmäler in Möhrendorf (errichtet 1923, renoviert 1953 und 1998) und Baiersdorf geschaffen hatte, als Künstler gewonnen werden. Dem Bildhauer wurde als Bezahlung für seine Arbeit die Lieferung von 24 Zentnern Korn garantiert. Damit konnte, am 13. Juli 1924, durch die Mitglieder des Vereines, die auch die Abholung im Atelier des Künstlers und die Herrichtung des Standplatzes für das Denkmal übernommen hatten, die feierliche Einweihung des Kriegerehrenmales in Kleinseebach erfolgen. 

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Laut Schriftführerbuch beliefen sich die Aufwendungen für die Erstellung des Denkmals in Kleinseebach auf „24 Zentner Korn für den Bildhauer und 499,80 Mark für die Aufstellarbeiten“.

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Ebenfalls übernahm der Kriegerbund Kleinseebach die Vertretung der in Folge des I. Weltkrieges kriegsbeschädigten Mitglieder und richtete hierfür das Amt eines eigenen Vertrauensmannes ein.

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Bereits im Jahr 1926 gründete sich im Kriegerbund Kleinseebach eine Schützengruppe mit 13 Mitgliedern. Beim Präsidium des Bayerischen Kriegerbundes beantragte der Verein die Zusendung eines Kleinkalibergewehrs und des nötigen Schießmaterials zum sportlichen Schießen.  

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Für das Jahr 1927 sind in den Vereinsunterlagen bereits 55 Mitglieder verzeichnet. Im gleichen Jahr wurde das 40 jährige Gründungsfest mit einem Ball im Gasthaus Fick gefeiert. Seit dem 13. November 1927 übernahm der Kriegerbund Kleinseebach auch die Durchführung der Gedenkfeiern für die Gefallenen der Kriege am Volkstrauertag. Bereits seit 1925 hat es sich der Verein auch zur Aufgabe gemacht, die Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu unterstützen. 

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Am 17. Februar 1929 verstarb das letzte Vereinsmitglied, welches noch als Soldat am Kriege 1870/71 teilgenommen hatte, Herr Johann Schmidt. Der Veteran wurde vom Verein mit allen Ehren und unter Beteiligung einer Musikkapelle aus Röttenbach zu Grabe getragen.

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In der Hauptversammlung  vom 1. Januar 1930 wurde aus den Reihen der Mitglieder der Antrag auf Anschaffung einer Salutkanone für den Verein gestellt. Zwar fasste man zunächst einen entsprechenden Beschluss, jedoch ergab sich bis zur Versammlung vom 9. Februar 1930, dass der Anschaffungspreis von 300,-- Mark für eine Salutkanone die Mittel des Vereines überschritten hätte.

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Das vorhandene Vereinskapital  aber benötigte man, um die Vereinsfahne herrichten zu lassen. Diese Fahne aus dem Jahr 1891 setzte daraufhin die Erlanger Firma Porsch in Stand. Auch ein neuer Fahnenschrank wurde angeschafft, für den der Verein die Mitglieder um die Spende von Brettern bat. Den neuen Schrank fertigte dann 1931 der Schreiner Heinrich Braun aus den gespendeten Brettern.

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Der Verein lies im Jahre 1931 auch eine Kriegschronik vom gleichen Handwerker einrahmen. Diese erhielt ebenfalls im Vereinslokal, der Gastwirtschaft Fick, ihren Platz. 

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Der bereits 1930 beschlossene Kauf einer Salutkanone für den Kriegerbund Kleinseebach war im Jahr 1932 endlich finanzierbar. Der Verein kaufte für 120 Reichsmark eine „Tischkanone Modell 1932“. Interessant ist der Vermerk, dass man sich „damit die Kosten von je 7,50 RM an den Möhrendorfer Kriegerverein für Ehrensalut-Schießen zukünftig sparen konnte“.

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In der Versammlung vom 3. Juni 1933 beschloss der Kriegerbund Kleinseebach die Übernahme der Patenstelle für die Fahnenweihe des Kriegervereins Möhrendorf. Ein Patenband wurde für 30 RM in Auftrag gegeben.

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In den Schriftführerunterlagen des Vereines wird zu diesem Zeitpunkt auch erkennbar, dass die von den Nationalsozialisten betriebene „Gleichschaltung“ auch ihre Auswirkungen auf die Krieger- und Veteranenvereine in ganz Deutschland zeigt. So musste am 26. August 1933 eine außerordentliche Generalversammlung abgehalten werden, weil der „Bayerische Kriegerbund“ als Dachverband die Anordnung erlassen hatte, „dass in allen Kameradschaften die Vorstandschaft neu zu bestellen ist“. Bezeichnend für die erzwungenen Veränderungen ist der verpflichtende Hinweis, „dass für die neue Vorstandschaft Mitglieder der NSDAP zu benennen sind“.

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Die Zügel der Nationalsozialisten wurden weiter angezogen, so dass am 18. Oktober 1933 der Vermerk im Vereinsbuch zu lesen ist, dass die Bundesleitung eine Anordnung erlassen hat, „zukünftig bei jedem ersten Vereinsvergnügen die SA der Gemeinde einzuladen“. Der Verein wurde hier gar nicht um seine Meinung gefragt...

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Im gleichen Jahr begann auch der Griff des Regimes in die Kassen der örtlichen Krieger- und Veteranenvereine. So erging durch den Verband die Anordnung, dass „jedes Mitglied obligatorisch eine Bundeszeitung zu beziehen und zu lesen hat“. Die Kosten in Höhe von 30 Mark musste die Vereinskasse begleichen. Hiergegen erhob sich bei den Mitgliedern in Kleinseebach aber energischer Widerstand. Deshalb fand hierzu eine außerordentliche Generalversammlung, am 3. Dezember 1933, statt. In dieser Versammlung lehnten die Mitglieder den  „obligatorischen Zeitungsbezug“ ab. Man widersetzte sich also den Gleichschaltungsbemühungen der Nationalsozialisten.

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Bereits im Januar 1934 wird dann aber erkennbar, dass die Nationalsozialisten alles daran setzten, die Kriegervereine aufzulösen und vollständig in die Parteiorganisation der SA zu überführen. Die Mitglieder des Kriegerbundes Kleinseebach wurden schriftlich vom Dachverband aufgefordert, „der SA Reserve 2 beizutreten“, was aber auf sehr wenig Resonanz in der örtlichen Kameradschaft stieß. Nur einige wenige Mitglieder waren hierzu bereit.

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Daraufhin fanden bis zum Sommer 1934 mehrere Werbeveranstaltungen der SA statt und es erging schließlich die Anordnung durch die Nationalsozialisten, dass der Bayerische Kriegerbund und damit alle Kameradschaften, aufzulösen und in die SA zu überführen sind.

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Deshalb legte der damalige Vorstand des Kriegerbundes Kleinseebach, Hans Derbfuß, sein Amt nach achtjähriger Tätigkeit nieder und schied aus dem Verein aus. Ihm taten es zahlreiche Mitglieder gleich, die es ebenfalls ablehnten, sich zwangsweise der SA anzugliedern.

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Der Verein wurde anschließend zwangsweise in die SA eingegliedert. Damit endete faktisch der erste Abschnitt der Vereinsgeschichte durch Willkür und Zwangsherrschaft der Nationalsozialisten. 

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Zwar wurde im Jahr 1937 noch die 50. Gründungsfeier des Vereines gefeiert, aber es ist bezeichnend, dass hier nur noch von der „SA“ gesprochen wird und dass als Ehrengast ein „Kreispropagandaleiter“ benannt wird. Damit enden auch die Aufzeichnungen des Vereines für die Zeit vor dem II. Weltkrieg. Die Nationalsozialisten hatten die ehedem privat gegründeten und parteipolitisch völlig unabhängigen Krieger- und Veteranenvereine im ganzen Deutschen Reich aufgelöst und in ihr Unterdrückungssystem eingegliedert.

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Deutschland steuerte in den folgenden Jahren auf die Katastrophe des II. Weltkrieges zu und nach dem totalen Zusammenbruch war natürlich für einige Jahre vieles wichtiger, als den alten Kriegerverein wieder zu beleben. In den Wirren des Kriegsendes ging auch vieles verloren. So wurde die Möhrendorfer Kriegervereinsfahne von einem US-Soldaten als Kriegsbeute in die USA verschleppt. 

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Zahlreiche Kameraden aus Kleinseebach und Möhrendorf kehrten nicht mehr in die Heimat zurück.

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Insgesamt sind auf den Ehrenmalen in Kleinseebach und Möhrendorf für die Zeit des II. Weltkrieges (1939-1945) 90 Personen verzeichnet, die ihr Leben durch den Krieg oder durch Kriegsfolgen verloren (Kleinseebach: 37 Gefallene, davon 12 Vermisste und 2 durch Kriegsfolgen Verstorbene; Möhrendorf: 53 Gefallene und Vermisste).

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Für den I. Weltkrieg verzeichnen beide Denkmale 34 Tote: Das Ehrenmal in Kleinseebach erinnert an 10 Gefallene, auf dem Denkmal in Möhrendorf stehen die Namen von 24 in der Zeit von 1914 -1918 Gefallenen. 

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Am 20. April 1956 fanden sich im Gasthaus Fick in Kleinseebach dann aber 46 Personen ein und „bekundeten durch Unterschrift ihren Willen, den alten Verein wieder ins Leben zu rufen und diesem beizutreten“. Als neuer Vorstand wurde Zacharias Ehrhardt gewählt. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem fortschreitenden Wiederaufbau nach Kriegsende, konnte sich der alte Traditionsverein nun wiedergründen. Das Erbe der Väter wurde aufgenommen um es weiter fortzuführen, frei von politischer und staatlicher Beeinflussung. Der Verein trägt nun den Namen Soldaten- und Kriegerbund Kleinseebach (SKB).

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1957 wurde zur Feier des 70. Gründungsjubiläums ein Vereinsbild beschafft, welches  heute noch im jetzigen Vereinslokal, dem  Gasthaus Schuh in Kleinseebach hängt. Der Verein wechselte nach Schließung des alten Vereinslokals „Gasthaus Fick“ in das „Gasthaus Schuh“.

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1960 hat der Verein wieder 60 Mitglieder.  Ab 1961 übernimmt der SKB auch  wieder die Pflicht, alljährlich eine Haussammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge durchzuführen. Nach dem 75. Gründungsjubiläum 1962 tritt im Jahre1963 der erste Soldat der neuen Bundeswehr in den Verein ein, Michael Hartmann aus Kleinseebach.

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Jetzt kann auch wieder die alte Vereins-Salutkanone öffentlich gezeigt werden, die während des absoluten Waffenverbotes in der Nachkriegszeit von einem Vereinsmitglied  unter hohen persönlichen Risiken aufbewahrt wurde. 

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Im Jahr 1967 wurde das Kriegerdenkmal in Kleinseebach (errichtet 1924), das vor dem ehemaligen Milchhaus in der Ortsmitte stand, abgetragen. Grund hierfür war die Zunahme des Durchgangsverkehrs und die dadurch erforderlichen Straßenbaumaßnahmen. Das Standbild des Soldaten konnte aber von Vereinsmitgliedern „gerettet“ werden.

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Auch das Kriegerdenkmal in Möhrendorf musste nach Kriegsende „ziviler“ gestaltet werden. Dem Soldaten wurde die Handgranate aus der Hand genommen. Das Ehrenmal blieb aber in Möhrendorf an seinem bisherigen Platz. Allerdings wurde in Möhrendorf im Gegensatz zu Kleinseebach kein Kriegerverein mehr gegründet. In der Nachkriegszeit traten deshalb zahlreiche ehemalige Möhrendorfer dem Verein in Kleinseebach bei, das bis zur Gebietsreform von 1973 eine eigenständige Gemeinde war. 

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1968 stellt Georg Schütz die Pläne für das neue Kriegerdenkmal in Kleinseebach vor, das nun seinen Platz am Anger finden soll. Es dauert jedoch bis 1978. Erst dann konnte - nach wiederholtem Antrag an die Gemeinde Möhrendorf - dessen Ortsteil Kleinseebach im Zuge der Gebietsreform geworden war, das Denkmal in Kleinseebach am neuen Platz errichtet werden. Die Aufstellungsarbeiten übernahmen mit der Firma Rusin die Mitglieder des Vereines. Am 23. Juli 1978 konnte das neue Kriegerehrenmal in Kleinseebach feierlich eingeweiht werden.

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Der „alte Kamerad“, das Standbild eines Soldaten des Ersten Weltkrieges vom 1924 errichteten Kleinseebacher Kriegerdenkmal, wurde am 18. August 1979 auf Initiative von Georg Schütz am Anger neben dem neuen Denkmal aufgestellt. Die Figur war 12 Jahre lang von einem Vereinskameraden aufbewahrt worden. Im gleichen Jahr legten Vereinsmitglieder in Eigenleistung eine Wasserleitung zum neuen Ehrenmal. 

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1982 beschließt der Verein eine neue Fahne anzuschaffen. Die alte Vereinsfahne von 1891 war 101 Jahre alt und historisch sehr wertvoll, leider aber sehr brüchig geworden. Für die Fahne wird eine Haussammlung durchgeführt und danach erfolgt  der Kauf zum Preis von 6200 DM. 

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Die neue Fahne konnte am 25.08.1984 bei einer feierlichen Veranstaltung durch Dekan Putz geweiht werden. Die örtliche Presse berichtete hierüber unter der Überschrift „Frieden und Traditionen verpflichtet“. Schirmherr der Veranstaltung war Landrat Franz Krug.

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1985 hat der Verein mit 93 Mitgliedern seinen stärksten Mitgliederstand.

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Im Jahr 1986 erreicht den Verein die freudige Nachricht, „dass die alte Möhrendorfer Kriegervereinsfahne von 1933 aus den USA zurückkehren wird“. Da der Kriegerverein Möhrendorf nicht mehr existierte wurde der Soldaten- und Kriegerbund Kleinseebach als dessen Nachfolger Eigentümer der Fahne.

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Zur 100-Jahrfeier 1987 wird ein Festzelt mit 2500 Sitzplätzen aufgestellt. Das große Fest ist unter dem Vereinsvorstand Josef Reck eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Ein Hubschrauber der US-Armee landet auf dem Festplatz und Sergeant Kaufmann überreicht an Oberst Charlton, den Kommandeur der Erlanger US-Garnison und Einwohner Kleinseebachs, die alte Möhrendorfer Vereinsfahne. Die Fahne wird an den Bürgermeister und von diesem an den Vereinsvorstand Joseph Reck überreicht. Die Nachfahren des US-Soldaten, der dieses Beutestück mit in die Heimat genommen hatte, sorgten für die Rückgabe an den Verein. Damit erhielt die 100-Jahrfeier eine ganz besondere Bedeutung für den Verein und die ganze Gemeinde Möhrendorf.

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Im Jahr 1988 pflanzt Oberst Charlton am Kriegerdenkmal in Kleinseebach einen Mamutbaum.1989 wird erstmals überlegt, den Vereinsnamen in Soldaten- und Kriegerbund  Kleinseebach/Möhrendorf umzubenennen. Die Entscheidung hierzu fällt im Frühjahr 1990. 

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Zu den Feierlichkeiten zum Abzug der US-Garnison aus Erlangen wird auch eine Abordnung des Soldaten- und Kriegerbundes Kleinseebach/Möhrendorf eingeladen. Seit dieser Zeit pflegt der Verein auch sehr enge Kontakte zu amerikanischen Veteranen. Diese nehmen regelmäßig an den Veranstaltungen des SKB und an den Gedenkfeiern zum Volkstrauertag teil.

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Erste Kontakte mit den russischen Veteranen aus Wladimir wurden zu dieser Zeit ebenfalls geknüpft. Diese stellen in der Folge ein Gedenkkreuz aus Birkenholz für die in Russlang gefallenen Deutschen Soldaten am Ehrenmal in Kleinseebach auf. Solche Kreuze schmückten die Gräber der deutschen Soldaten in den Weiten Russlands.

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In den folgenden Jahren entwickelte sich der Soldaten- und Kriegerbund  beständig weiter und hat bis heute einen festen Platz im Gefüge der örtlichen Vereine.

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Der Verein sieht es als eine seiner Hauptaufgaben, sich für das friedliche Zusammenleben der Völker und für die Völkerverständigung einzusetzen. Dies vor allem auf Grund der schrecklichen Erfahrungen der Kriegsgenerationen. 

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Gleichzeitig gehört aber immer auch das Gedenken an die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft zu den Aufgaben des Soldaten- und Kriegerbundes. Der Verein wurde von der Gemeinde Möhrendorf mit der Pflege des Kriegerdenkmals in Kleinseebach betraut, was von den Mitgliedern ehrenamtlich und unentgeltlich geleistet wird. 

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Auch die Durchführung der alljährlichen Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in Kleinseebach hat der Verein als dauernde Aufgabe übernommen. Und die alljährliche stattfindende Haussammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist schon eine Vereinstradition seit 1925. Mitglieder des SKB gehen zur Sammlungszeit von Haus zu Haus und bitten um Spenden für die Erhaltung Deutscher Soldatengräber auf der ganzen Welt.

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Auch bietet der Verein mit seinem alljährlichen Grill- und Sudfest auf dem Anger in Kleinseebach ein aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenkendes gesellschaftliches Ereignis.

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2005 wurde die alte Salutkanone des Kleinseebacher Vereines aus dem Jahr 1932 wieder hergerichtet, amtlich neu beschossen und neue Kartuschen angeschafft. Sie wird heute wieder im Verein zum Salutschießen benutzt, nachdem sich ein junger Vereinskamerad zur Verfügung gestellt und die erforderlichen Lehrgänge absolviert hatte. Die in den Büchern erwähnte Salutkanone des Kriegervereins Möhrendorf ist leider verschollen.

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Im Frühjahr 2006 gründete sich wieder eine eigene Schießleistungsgruppe des Soldaten- und Kriegerbundes Kleinseebach/Möhrendorf. Es finden in diesem Rahmen monatliche Schießtermine mit Klein-  und Großkaliberwaffen statt.

Seit diesem Jahr werden auch Frauen als Mitglieder in den Verein aufgenommen.

 

Im Herbst 2007 wurde dem Verein eine große Salutkanone vorgestellt, die von

den Kameraden Bernhard Müller und Ulrich Gierschner in ca. 270 Stunden Bauzeit

mit viel Detailtreue hergestellt wurde. Mit einem Kartuschen Kaliber von 84mm liegt sie am obersten Limit des gesetzlich möglichen. Unsere „Rosi“ ist mittlerweile Bayernweit bestens bekannt.

Die Materialkosten lagen bei 2500€. Der tatsächliche Wert lässt sich mit ca. 18000€ nur schätzen, da nur ähnliches und nichts Vergleichbares existiert.

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Seit August 2008 hält der SKB nun auch jährlich ein Schützenfest der Vereine am Anger in Kleinseebach ab. Dabei handelt es sich um eine Luftgewehrvergleichsschießen an der ausschließlich vierer Teams aller Gruppierungen teilnehmen können. Mit 108 Teilnehmern im Jahre 2009 erfährt diese Veranstaltung eine beachtlich hohe Beliebtheit.

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Unser Ehrenmal am Anger in Kleinseebach wurde 2009 umgestaltet, der Vorplatz in Kreuzform gepflastert und um die Inschrift „ Den Toten unserer Bundeswehr. Für Frieden, Recht und Freiheit „ erweitert.

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2010 wurde der SKB zum eingetragenen Verein e.V.

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Im Jahr 2011 bekam der SKB durch die Gemeinde die Genehmigung eine Fertiggarage auf den Anger zu errichten. Aus einer Baufeldräumung in Erlangen wurde uns kostenlos eine Garage zur Verfügung gestellt. Diese wurde durch die Fa. Schaz abgeholt und gestellt. Hierin werden seitdem die Vereinszelte und weiteres Inventar gelagert. Ein Wasseranschluss und Stromverteiler wurden mit eingebaut.

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Unsere Kameradschaft verzeichnete Ende 2011 stolze 97 Mitglieder.

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Im Jahr 2012 konnten wir stolz unser 125 Jähriges Bestehen feiern.

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Als Auftakt des Festjahres wurde eine 2 monatige Dauerausstellung über den SKB im Rathaus eingerichtet. Hier wurde alle drei Fahnen, die alten Bilder des Vereines, Urkunden und alle Artefakt die sich im Laufe der Jahrzehnte angesammelt haben im Foyer und Schaukästen zur Schau gestellt. Umrahmt mit allerlei Erläuterungen und geschichtlichem.

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Das eigentliche Fest fand im Juli statt. Monatelange Vorbereitungen und Planungen, viele hunderte Stunden Planung, Abstimmung und Arbeit wurden umgesetzt

Dazu wurde am Anger ein großes Festzelt errichtet und von Freitag bis Samstag

unter der Schirmherrschaft von unserem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann gefeiert. Es wurden über einhundert Vereine und Gruppierungen geladen.

Alle traditionellen Elemente einer  Jubiläumsfeier wurden umgesetzt.

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Zwischen 2015 und 2016 wurde nun eine weitere Fertiggarage am Anger gestellt. 

Diese dient zukünftig zum Unterstellen unserer „Rosi“ und beinhaltet eine vollwertige Küche so dass diese auch als Versammlungsraum und für zukünftige Brotzeiten am Anger genutzt werden kann. Des Weiteren wurde die bereits vorhandene Garage aus 2011 abgeteilt und im hinteren Teil eine vollwertige Toilettenanlage eingebaut. (WC und Urinal in getrennten Abteilen). Es wurden zwei weitere Abwasserschächte gesetzt um den WC Wagen und andere Abwässer dezentral stellen zu können. Somit ist der Südliche Teil des Angers vollwertig für den SKB  erschlossen.

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Der Verein gehört dem Dachverband des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V. an.

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Herzlich laden wir alle Mitbürger, ob gedient oder ungedient ein, sich als Mitglied unserem Traditionsverein anzuschließen!

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Günther Neubauer / Ulrich Gierschner

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Quellen: Schriftführerbücher des Königlich-Bayerischen Veteranen- und Kriegerbundes Kleinseebach von 1910 bis 2006, Auszüge aus diesen von W. Späte, Zeitungsberichte u. mündliche Überlieferungen. Die Schreibweise der Namen und Begriffe wurde so wie in den Originalunterlagen übernommen.

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